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  Weinproben
 

„Der Sangiovese di Romagna erfreut sich immer größerer Beliebtheit, mittlerweile hat er dasselbe Qualitätsniveau erreicht wie der Chianti- oder Montalcino-Sangiovese. Aber trotzdem ist es ein anderer Sangiovese mit einem ganz völlig anderen Charakter als die toskanischen. Aus ihm werden hervorragende Weine produziert, die den Vergleich mit den jenseits des Apennins gekelterten Vettern nicht scheuen müssen.

Dieser Gebietsunterschied muss hervorgehoben werden, weil wir denken, dass die Zeit gekommen ist, nicht mehr nur von dem Sangiovese di Romagna zu sprechen, sondern von den verschiedenen Anbaugebieten des Sangiovese di Romagna. Als wir diese Weine probiert haben, haben wir festgestellt, dass die Weine aus den verschiedenen Anbaugebieten der Romagna von ganz unterschiedlichem Charakter sind.

(aus „Italienische Weine 2005“ - Gambero Rosso / Slow Food Editore)

 

Hervorragende Weine und kulinarische Spezialitäten.
Um die Weine der Romagna bekannt zu machen, haben sich einige Orte zur Aufgabe gemacht, Weinproben von verschiedenen Weingütern der Romagna anzubieten. In Bertinoro, Predappio Alta und Ravenna sind die "Ca' de Bé"  (Haus des Weines) entstanden, in Dozza befindet sich die Enoteca Regionale.

Der Sangiovese, der typische Wein unserer Region, hat sowohl in reiner Form als auch vermischt mit der Cabernet-Sauvignon-Traube in letzter Zeit die Aufmerksamkeit von Journalisten, Fachleuten und Kennern erregt.

Vom Gebiet um Rimini über die Umgebung von Cesena und Forlì bis nach Faenza mangelt es nicht an Gelegenheiten, große Weine zu sehr konkurrenzfähigen Preisen zu erwerben. Es muß angemerkt werden, daß einige Weine, für die die Winzer das DOC-Gütesiegel nicht beantragt haben (wie das auch in anderen Regionen Italiens vorkommt), die Gunst von Experten und Kennern gefunden haben. Stellvertretend für alle nennen wir hier den "Borgo dei Guidi", den "Bron & Rusèval", den "Magnificat", den "Marzieno" und den "Mito".

Die Romagna, deren kulinarische Traditionen wohlbekannt sind - der Verfasser des berühmten  traditionellen Kochbuchs "Die Wissenschaft in der Küche und die Kunst, gut zu essen" Artusi stammt aus Forlimpopoli -, hat es auch verstanden, traditionelle Produkte, die sich in der Gastronomie großer Wertschätzung erfreuen, zu erhalten, wie den Fossakäse von Sogliano am Rubikon und das Olivenöl "Extra Vergine" von Brisighella, zwei Spezialitäten, die heute auch überregional auftauchen und die es sicher auch verdienen, bekannt zu sein, aber Vorsicht, die Produktion ist begrenzt!

Auf dem romagnolischen Tisch fehlt nie die Piadina, die oft das Brot ersetzt. Belegt mit  Weichkäse oder verschiedenem Aufschnitt von Wurst und Schinken ist sie ideal für einen Imbiß. Macher schlägt auch vor, sie mit Nutella zu essen, aber das ist eine andere Geschichte.
Zum Mittag- oder Abendessen besteht nur die Verlegenheit der Auswahl: Tagliatelle, Cappelletti, Strozzapreti, Passatelli, Tortelli, Tagliolini sind die traditionellen Nudelgerichte, gelegentlich in moderner Weise abgewandelt mit unerwartetem Erfolg. Es folgen als zweiter Gang Fisch aus der Adria oder die gemischten Grillplatten des Inlandes. Alles begleitet - natürlich darauf abgestimmt - von dem passenden Wein. 

Unter denn romagnolischen Spezialitäten zum Nachtisch empfehlen sich - außer den typischen Süßspeisen der Feste: Castagnole (kleine Krapfen) und Frappe zum Karneval (kleine Faschingsküchlein), Pagnotta Paquale (Osterkuchen),  Piada di morti (eine süße Piadina zum Totengedenktag) - die "zuppa  inglese" (Vanille-Eiercreme mit likörgetränkten Keksen), die Ciambella (Kuchenringe) oder das weniger verbreitete Savór (ein Kompott aus Weintrauben, Äpfeln, Quitten, Birnen, getrocknetem Obst, Mandeln und Zucker), zu dem man den Dessertwein Albana Passito DOCG trinkt.

 
 

Weissweine
ALBANA
Der erste italienische Wein von weißen Trauben, dem das Prädikat DOCG (Benennung nach kontrolliertem und garantiertem Anbaugebiet) zuerkannt wurde. Sehr geschätzt ist der, welcher auf dem Gebiet des Hügels von Bertinoro produziert wird. Lassen Sie sich dazu die Anekdote von Galla Placidia erzählen.

PAGADEBIT
"Schuldenbezahler". Ein Name so kurios wie seine Geschichte: mit dem Wein von dieser Rebsorte, die ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und die Unbilden des Wetters ist, konnte der Bauer einst die Schulden bezahlen, die während der langen unproduktiven Winterzeit aufgelaufen waren.

TREBBIANO
Zur Zeit der Weinlese bietet diese Traube mit ihren Farben ein großartiges Schauspiel, besonders wenn man das Glück hat, die leuchtenden Weinstöcke  des "Trebbiano dalla Fiamma" (feuerrot) vor Augen zu haben.

Rotweine
SANGIOVESE
"Vom heiligen Giove". Die Romagnolen, die seinerzeit auch als "Priesterfresser" bezeichnet wurden, verehren diesen Heiligen. In den Sorten große Weinbeere und kleine Weinbeere hat er das Wunder der Wiedergeburt des Weinbaugebietes der Romagna vollbracht.

CAGNINA
Ein süßer, nicht moussierender Wein ist nicht häufig in der italienischen Weinlandschaft anzutreffen. Er ist vielleicht der erste, der im Herbst auf den Tischen auftaucht. Er soll jung getrunken werden.

D.O.C.  und  D.O.C.G.
Vini di Romagna, Colli di Faenza, Bosco Eliceo, Colli d'Imola, Colli di Rimini, Colli della Romagna Centrale.

Besuchen Sie die „Wein- und Feinschmeckerstrassen“ in den Hügellandschaften: Colli di Imola, Colline di Faenza, Colli di Rimini und Colli di Forlì e Cesena, oder besuchen Sie die Site www.sagreinromagna.it.

     
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